40. Jahrestagung der DGA: Rückblick
Liebe Kolleginnen und Kollegen,
vom 7. bis zum 10. September 2011 hat die Deutsche Gesellschaft für Angiologie in Frankfurt auf ihrer 40. Jahrestagung die neuesten Entwicklungen der Gefäßmedizin vier Tage lang unter dem Motto „Innovative Gefäßmedizin“ diskutiert.
Eine besondere Freude war für mich die Teilnahme von Prof. Gottstein an der diesjährigen Jahrestagung als Ehrengast. Es war sehr eindrucksvoll, von ihm persönlich mehr über seine Zeit als Kongresspräsident der 1. Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Angiologie im Jahr 1972 zu erfahren.
Ein weiteres Highlight des Eröffnungsabends war die Trommeleinlage der deutsch-senegalesischen Gruppe „Drum Conversation“, die uns das älteste Kommunikationsinstrument der Welt in mitreißender Art und Weise vorführte bis hin zu „wilden“ Trommeleinlagen durch die Teilnehmer selbst.
Im Rahmen interessanter Keynote-Lectures wurden mit Hilfe der Intravital-Mikroskopie spannende Bilder über die Thromboseentstehung im venösen und arteriellen Gefäßsystem gezeigt. Autologe Stammzellen aus dem Knochenmark scheinen insbesondere bei Morbus Winiwarter Burger einen neuen, erfolgreichen Therapieansatz darzustellen. Das Marfan-Syndrom wurde in seiner eindrucksvollen klinischen Bandbreite dargestellt.
Der interdisziplinäre Austausch mit den Kollegen der Gefäßchirurgie, Radiologie, Kardiologie, Nephrologie, Rheumatologie, Diabetologie und Hämostaseologie war eindrucksvoll und informativ. Die Vorträge dieser interdisziplinären Sitzungen waren besonders gut besucht.
Dies überzeugt mich, dass die Gefäßmedizin zunehmend ein interdisziplinäres Fach darstellt, in dessen Mittelpunkt die Angiologie steht, die bereits heute die wesentliche Rolle im Management der Gefäßpatienten einnimmt.
Aufgrund der rasanten Weiterentwicklung von Techniken und Materialien hat die endovaskuläre Therapie von Gefäßerkrankungen in den letzten Jahren deutlich an Stellenwert gewonnen. Dies gilt vor allem für die Therapie der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit mit Hiilfe von medikamenten-freisetzenden Stents und medikamentenfreisetzenden Ballons. Die Restenoserate insbesondere im Bereich der Oberschenkelarterien kann dadurch signifikant gesenkt werden.
Darüberhinaus wurden neue Studien der oralen direkten Thrombin- und Faktor Xa-Inhibitoren vorgestellt, die unseren Patienten innovative therapeutische Möglichkeiten einer effektiven Thromboseprävention und -therapie bei gleichzeitiger Vermeidung von insbesondere kranialen Blutungskomplikationen eröffnen.
Ein bisher häufig vernachlässigtes Gebiet der Gefäßmedizin sind die seltenen Thromboseformen und Gefäßerkrankungen, für die kaum evidenzbasierte Entscheidungsgrundlagen zur Verfügung stehen. Übersichtsvorträge u.a. über Augenvenenthrombosen, Sinusvenenthrombosen oder die neuen Möglichkeiten der JAK-2 Mutationanalytik waren weitere Highlights des Kongresses.
Erstmals wurde auf unserem Jahreskongress ein zweitägiges „Forum junge Angiologen“ angeboten, eine Investition in die Zukunft! Neben spannenden Vortragsblöcken und einem sehr unterhaltsamen Rhetorikseminar wurden Posterpreise an die jeweils besten Referenten der Postersitzungen verliehen. Dieser Teil des Kongresses hat mir persönlich sowohl in den Vorbereitungen als auch bei der aktiven Gestaltung am meisten Spass gemacht.
Darüber hinaus wurden erstmals an zwei aufeinander folgenden Tagen zwei von insgesamt sechs Modulen für die neu geschaffene Weiterbildung zum "Angiologieassistenten/zur Angiologieassistentin DGA" für das nicht ärztliche Assistenzpersonal angeboten, die auf so großes Interesse stiessen, dass sie bereits sehr früh ausgebucht waren.
Der Campus Westend - „Deutschlands schönster Campus“ - bot für all diese Programmpunkte ein traumhaftes Ambiente. Im weltberühmten Naturmuseum Senckenberg, inmitten von Dinosauriern, Mammuts, Walen und Riesenschlangen fand unter dem Motto „Chill Out – Meet Friends“ unser Gesellschaftsabend statt. Rot beleuchtete Dinosaurier und eine Live Band, die von „Joe Cocker“ bis „Michael Jackson“ alle Varianten des Rock Pop beherrschte, ließen das Motto des Abends Realität werden.
Mein besonderer Dank gilt meinen Mitarbeitern PD Dr. Birgit Linnemann, Dr. Marc Schindewolf und Heidi Weber, die wesentlich an der Programmgestaltung und Organisation beteiligt waren.
Darüberhinaus hat das Kongressbüro Lentzsch in gewohnter Weise ausgezeichnete Arbeit geleistet.
Allen Referenten, Vorsitzenden, den Gutachtern der Abstracts sowie Frau Müller und Frau Nissen von der Geschäftsstelle der DGA ebenso wie den beteiligten Firmen und Sponsoren möchte ich ebenfalls ganz herzlich danken.
Ihre
Prof. Dr. Edelgard Lindhoff-Last
(Kongresspräsidentin 2011)

